Unterlagen für die Anschlussfinanzierung: die Checkliste für Ihre Baufinanzierung
Inhaltsverzeichnis
Kurz erklärt
Für die Anschlussfinanzierung braucht die Bank drei Gruppen von Unterlagen: Nachweise zu
Ihrem Einkommen, Papiere zur Immobilie und Angaben zum laufenden Kredit. Wer beim
bisherigen Kreditgeber bleibt, kommt oft mit den Einkommensnachweisen aus. Beim
Bankwechsel wird die volle Liste fällig, weil das neue Haus die Immobilie zum ersten Mal
bewertet.
Die Unterlagen für eine Anschlussfinanzierung sind dieselben wie bei jeder anderen
Baufinanzierung, nur mit einem Zusatz: Angaben zum laufenden Kredit. Die folgende
vollständige Checkliste zeigt, welche Dokumente erforderlich sind und wann Sie sie
einreichen sollten.
Die meisten Absagen bei der Anschlussfinanzierung haben nichts mit Bonität zu tun. Sie
entstehen, weil Unterlagen fehlen und der Vorgang liegen bleibt, bis der Termin der
Zinsbindung näher rückt und der Druck steigt. Diese Checkliste nimmt Ihnen die Sucherei
ab.
Checkliste: Unterlagen, die jede Bank benötigt
Drei Blöcke, unabhängig davon, ob Sie wechseln oder bleiben. Welche Informationen ein
Kreditinstitut im Detail verlangt, ist von Haus zu Haus unterschiedlich, die folgende
Liste deckt aber den Bedarf der allermeisten Anbieter ab.
Nachweise zum Einkommen
- Die letzten drei Gehaltsabrechnungen, bei Selbstständigen die letzten zwei
Einkommensteuerbescheide und die aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung - Der Arbeitsvertrag, wenn die Beschäftigung jünger als zwei Jahre ist
- Kontoauszüge der letzten drei Monate, häufig als PDF aus dem Online-Banking
- Bei Rentnern der Rentenbescheid und Nachweise über Betriebsrenten
- Nachweise über Mieteinnahmen, falls vorhanden
Papiere zur Immobilie
- Ein aktueller Grundbuchauszug, nicht älter als drei Monate
- Der Kaufvertrag oder die Teilungserklärung bei Eigentumswohnungen
- Wohnflächenberechnung, Grundrisse und Lageplan
- Die Gebäudeversicherungspolice mit dem aktuellen Beitragsnachweis
- Fotos vom Objekt, außen und innen, wenn die Bank keinen Gutachter schickt
- Nachweise über Modernisierungen der letzten Jahre, etwa Rechnungen für Heizung,
Fenster oder Dach
Angaben zum laufenden Kredit
- Der bestehende Darlehensvertrag mit allen Nachträgen
- Die aktuelle Restschuldbescheinigung Ihrer Bank, aus der Restschuld und Datum des
Zinsbindungsendes hervorgehen - Der letzte Kontoauszug des Darlehenskontos
- Angaben zu weiteren Krediten, auch Leasingverträgen und Ratenkäufen
Was zusätzlich anfällt, wenn Sie die Bank wechseln
Beim Wechsel bewertet ein fremdes Haus Ihre Immobilie zum ersten Mal. Das kostet nicht
nur Zeit, sondern verlangt mehr Papier:
- Der Energieausweis, gesetzlich ohnehin vorgeschrieben
- Bei Eigentumswohnungen die Protokolle der letzten drei
Eigentümerversammlungen und der aktuelle Wirtschaftsplan - Der Nachweis über die Höhe der Instandhaltungsrücklage
- Baubeschreibung und Baugenehmigung bei jüngeren Objekten
- Die Zustimmung zur Abtretung der Grundschuld, die Ihre bisherige Bank erteilt
Die Abtretung der Grundschuld ist der Punkt, an dem viele Wechsel ins Stocken geraten.
Die alte Bank verlangt dafür eine Gebühr von meist 100 bis 300 Euro und lässt sich Zeit.
Kalkulieren Sie vier bis sechs Wochen ein.
Was Selbstständige zusätzlich benötigen
Bei Selbstständigen und Freiberuflern hängt die Liste stärker vom einzelnen Anbieter ab
als bei Angestellten. Diese Dokumente werden für eine Baufinanzierung fast überall
verlangt:
- Die Einkommensteuerbescheide der letzten drei Jahre, nicht nur der letzten zwei
- Die Gewinnermittlung oder Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung, ebenfalls für
drei Jahre - Eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung mit Summen- und Saldenliste
- Bei Kapitalgesellschaften der Handelsregisterauszug und der Gesellschaftsvertrag
- Eine Bescheinigung des Steuerberaters über die Vollständigkeit der Angaben
Banken rechnen bei Selbstständigen mit dem Durchschnitt der letzten drei Jahre, häufig
mit einem Sicherheitsabschlag. Schwankt der Gewinn stark, legen Sie eine kurze Erläuterung
bei. Wer erklärt, warum ein Jahr schlechter lief, verhindert, dass die Bank vom
schlechtesten Wert ausgeht.
Wenn Sie beim bisherigen Kreditgeber bleiben
Bei der Prolongation kennt Ihr Kreditinstitut die Immobilie aus der ursprünglichen
Baufinanzierung bereits. Sie verzichtet in aller
Regel auf eine neue Bewertung und begnügt sich mit aktuellen Einkommensnachweisen, oft
sogar mit gar nichts. Das ist bequem, hat aber einen Preis: Wer kein Vergleichsangebot
einholt, zahlt nach Erfahrungen aus der Beratungspraxis häufig 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte
mehr als nötig.
Bei 200.000 Euro Restschuld und zehn Jahren Zinsbindung sind 0,3 Prozentpunkte rund
6.000 Euro. Die zwei Stunden Aufwand für die Unterlagen rentieren sich also.
Vorbereitung: der richtige Zeitpunkt
| Zeitpunkt | Was ansteht |
|---|---|
| 36 bis 60 Monate vorher | Forward-Darlehen prüfen, wenn Sie steigende Zinsen erwarten |
| 12 Monate vorher | Restschuldbescheinigung anfordern, Unterlagen sammeln |
| 9 Monate vorher | Mindestens drei Angebote einholen und vergleichen |
| 6 Monate vorher | Entscheidung treffen, Vertrag unterschreiben |
| 3 Monate vorher | Grundschuldabtretung und Auszahlungstermin abstimmen |
Wer den Zinssatz schon Jahre vor dem Stichtag festzurren will, findet die Grundlagen
und die Kosten dafür unter Forward-Darlehen im Überblick. Wichtig ist
dabei: Auch für ein Forward-Darlehen gilt dieselbe Unterlagenliste, nur eben mehrere Jahre
früher.
Wie Sie die Dokumente ordnen und einreichen
Kreditinstitute arbeiten in der Immobilienfinanzierung heute fast durchgehend digital.
Scannen Sie alles als PDF, benennen Sie
die Dateien sprechend, etwa „Grundbuchauszug_2026-08.pdf“, und legen Sie einen Ordner an.
Ein sauber sortierter Satz Dokumente verkürzt die Bearbeitung erfahrungsgemäß um ein bis
zwei Wochen, weil keine Rückfragen entstehen.
Zwei Dinge, die häufig fehlen und dann Zeit kosten: der Nachweis der Gebäudeversicherung
und die Wohnflächenberechnung. Beides liegt meist in den Kaufunterlagen von damals.
Was die Bank aus den Unterlagen liest
Genau darin liegt der Unterschied zwischen einer Erstfinanzierung und dem Anschluss.
Beim Kauf muss die Bank Kaufpreis, Nebenkosten und Eigenkapital bewerten. Beim Anschluss
geht es nur noch um zwei Fragen: Können Sie die Rate tragen, und deckt die Immobilie das
Darlehen ab.
Aus den Einkommensnachweisen ergibt sich die Haushaltsrechnung, also wie viel nach
allen Fixkosten für die Rate übrig bleibt. Aus den Immobilienpapieren errechnet sie den
Beleihungswert. Das Verhältnis von Restschuld zu Beleihungswert, der
Beleihungsauslauf, bestimmt am Ende Ihren Zinssatz.
Deshalb lohnt es sich, Modernisierungsnachweise beizulegen. Eine neue Heizung oder
gedämmte Fassade hebt den Wert und kann den Beleihungsauslauf in eine günstigere Stufe
drücken. Zwischen 60 und 80 Prozent Beleihung liegen je nach Anbieter 0,1 bis 0,3
Prozentpunkte. Fragen Sie deshalb schon beim ersten Gespräch, welchen Wert das Haus
ansetzt.
Beleihungsauslauf ausrechnen
Banken staffeln den Zinssatz in Stufen. Wer knapp darüber liegt, zahlt unnötig.
€
€
%
%
Jahre
–
Beleihungsauslauf
- Ihre Zinsstufe
- –
- Aufschlag dieser Stufe
- –
- Sondertilgung bis zur nächsten Stufe
- –
- Ersparnis über die Zinsbindung
- –
Der Rechner setzt die Restschuld ins Verhältnis zum Immobilienwert. Banken rechnen
streng genommen mit dem Beleihungswert, also dem Objektwert abzüglich eines
Sicherheitsabschlags von meist zehn Prozent. Ihr tatsächlicher Beleihungsauslauf
kann deshalb etwas höher liegen.
Häufige Fragen
Welche Unterlagen brauche ich für die Anschlussfinanzierung mindestens?
Restschuldbescheinigung, die letzten drei Gehaltsabrechnungen, den bestehenden
Darlehensvertrag und einen aktuellen Grundbuchauszug. Damit kann jede Bank ein erstes
Angebot rechnen. Alles Weitere folgt, wenn es konkret wird.
Kostet die Restschuldbescheinigung etwas?
Nein. Die Bank muss Ihnen jederzeit kostenlos Auskunft über den Stand Ihres Darlehens
geben. Verlangt sie dafür eine Gebühr, widersprechen Sie unter Hinweis auf § 675 BGB.
Wie alt darf der Grundbuchauszug sein?
Die meisten Banken akzeptieren ihn bis zu drei Monate nach Ausstellung. Sie erhalten ihn
beim Grundbuchamt des zuständigen Amtsgerichts für rund 10 bis 20 Euro, in vielen
Bundesländern auch über das Grundbuchportal online.
Muss die Immobilie neu bewertet werden?
Nur beim Wechsel der Bank. Bleiben Sie beim bisherigen Kreditgeber, greift dieser auf die
alte Bewertung zurück. Das ist ein Grund, warum die Prolongation schneller geht, aber auch
einer, warum sie oft teurer ist.
Was passiert, wenn Unterlagen fehlen?
Der Vorgang bleibt liegen. Kritisch wird das erst, wenn die Zinsbindung ausläuft, bevor
der neue Vertrag steht. Dann fällt Ihr Darlehen in die variable Verzinsung, die meist
deutlich über dem Marktniveau liegt.